Stottern

Was ist Stottern ?
Stottern ist eine wiederkehrende Störung des Redeflusses und gehört damit in die Gruppe der Sprechstörungen.

 

Mögliche Symptome:
Sprachliche Grundsymptome wie Dehnungen, Wiederholungen und Blockierungen von Silben oder Lauten; körperliche Mitbewegungen als Begleitsymptom.
Auffälligkeiten im Bereich der nonverbalen Kommunikation, z. B.
- Senken des Kopfes, Abbruch des Blickkontaktes
- Psychosoziale Auffälligkeiten: Vermeidung von Gesprächen und Situationen, sozialer Rückzug
- Auffälligkeiten der Atmung

Wann ist Stottern "normal"?

Man unterscheidet physiologische Unflüssigkeiten und manifestes Stottern.
Physiologische oder altersgemäße Unflüssigkeiten treten bei ca. 80 % aller Kinder im Alter von 2-4 Jahren auf. Diese lockeren Wort- und Satzteilwiederholungen sind normale Erscheinungen der Sprachentwicklung und verschwinden wieder.
Manifestes Stottern beginnt normalerweise im Alter des Sprechbeginns und zeichnet sich durch spannungsvolle Symptome und eine vorhandene Begleitsymptomatk mit starkem Leidensdruck und  Störungsbewusstsein aus.

Wie kommt es zu Stottern ?

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu  Stottern führen können.
Man geht davon aus, dass Stottern auftritt, wenn eine genetische Veranlagung auf stotterauslösende Faktoren trifft..
Diese stotterauslösenden Faktoren sind unterschiedliche Formen von Stress; z.B.:
Hohe Anforderungen durch das Umfeld (Leistung, Verhalten, Benehmen)
Geschwisterrivalität
Hohes sprachliches Niveau im näheren Umfeld
Unruhiger und unstrukturierter Alltag

Das primäre Ziel für betroffene Stotterer ist das vollständige Verschwinden der Stottersymptomatik.
Eine komplette Heilung kann bis zur Pubertät auftreten. Liegt bis zu diesem Alter ein Stottern vor, bleibt es oft bestehen und der betroffene Stotterer kann durch eine logopädische Therapie die Unflüssigkeit reduzieren und durch Sprechtechniken ein flüssigeres Sprechen erlangen.

Was passiert in der Therapie ?
Nach ausführlicher Diagnostik und einem Anamnesegespräch werden die Schwerpunkte der Therapie festgelegt.
Die Stottertherapie beinhaltet hauptsächlich folgende drei Therapiebausteine:
1.Identifikation:
Der Patient lernt seine Stottersymptome kennen und kann sie in die 3 Grundsymptome (Dehnung, Wiederholung, Blockierung) klassifizieren. Auch die Begleitsymptomatik wird erkannt und analysiert. Dadurch wird die Eigenwahrnehmung für die Symptome geschult.
2.Desensibilisierung:
Der Patient wird gegen die Reaktionen seiner Umwelt desensibilisiert und reduziert die Angst vor Sprechsituationen und vor dem Stottern, in dem er u. a. absichtlich  stottert.
3.Modifikation:
Durch gezielten Einsatz von Sprechtechniken kann das unflüssige Sprechen reduziert werden.
Ziel der Therapie ist eine Reduzierung der Sprechunflüssigkeit  bzw. lockeres spannungsfreies Stottern.
Was kann ich tun?
Falls Ihnen die Symptome bekannt vorkommen, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Hier können die Ursachen für Ihre Beschwerden geklärt werden. Abhängig von Ihrer individuellen Situation kann eine logopädische Therapie verordnet werden.

Mit Ihren Fragen können Sie sich auch immer an das primalog-Team wenden. Unsere Logopädin nimmt sich gerne Zeit für Sie.

 

Was ist wichtig im Kontakt mit Stotterern?

 

- Lassen Sie aussprechen und unterbrechen Sie nicht

 

- Üben Sie keinen Zeitdruck aus

 

- Fordern Sie nicht zum Sprechen auf

 

- Reduzieren Sie ihr eigenes Sprechtempo

 

- Halten Sie normalen Blickkontakt


Für alle, die mehr wissen wollen:

 

Adressen:

 

Selbsthilfegruppen  für Stotterer:
Bundesvereinigung der Stotterer-Selbsthilfe


www.bvss.de