Newsletter Spiegeltherapie

Mein gelähmter Arm stört mich. Er hängt nur an mir und ich benutze ihn nie. “Herr Schmitz, linksseitige Halbseitenlähmung nach Schlaganfall mit Sensibilitätsverlust. „Meine Hand ist doch nicht mehr da. Warum habe ich dann das Gefühl, dass sie schmerzt?“ Frau Meier, Phantomschmerzen nach Amputation der rechten Hand. „Ich habe so starke Schmerzen. Ich kann meine rechte Hand im Moment gar nicht einsetzen.“ Herr Müller, Sudeck Dystrophie.


Drei Viertel aller Amputierten leiden an Phantomschmerzen. Sie spüren im amputierten Körperteil Missempfindungen, bis hin zu starken Schmerzen. Während sich diese Schmerzen bei einigen Patienten im Laufe der Zeit reduzieren, sind bei Anderen diese Beschwerden teilweise permanent vorhanden.

 

 

Patienten nach Schlaganfall oder mit CRPS reduzieren die Bewegungen des betroffenen Körperteils, da sie ihre Bewegungsversuche meist als nicht erfolgreich, oder schmerzhaft empfinden. Hierbei kommt es zu einer verkleinerten kortikalen Repräsentation- das interne Körperschema scheint sich zu verändern.
Die Spiegeltherapie bietet eine neue Methode in der Ergotherapie, die ergänzend zu weiteren Therapieformen eingesetzt werden sollte, um diesen Patienten zu helfen.

Die ersten Spiegeltherapie-Experimente wurden Anfang der Neunziger Jahre von Professor Ramachandran mit Phantomschmerzpatienten durchgeführt. Nach den ersten positiven klinischen Ergebnissen wurde die Spiegeltherapie auch bei anderen Krankheitsbildern, wie z.B. Apoplex und CRPS angewendet.

 

Der Patient wird während der Behandlung so vor einem Spiegel platziert, dass Bewegungen des nicht-betroffenen Armes/ Fußes durch den Blick in den Spiegel als Bewegungen des betroffenen Armes/ Fußes wahrgenommen werden.
Da die Patienten hierbei ein „normales“ visuelles Feedback der betroffenen Körperregion und ihrer Bewegungen erhalten, scheint die Spiegeltherapie einen positiven Einfluss auf das interne Körperschema und die Bewegungsprogrammierung zu haben.

 

Besonders die so genannten Spiegelneuronen nehmen dabei eine wichtige Funktion für das Wiedererlernen von Bewegungen und die motorische Rehabilitation ein. Eine Spiegelung der nicht-betroffenen Extremität ohne Bewegung der betroffenen Extremität bewirkt eine Aktivierung in wichtigen motorischen Arealen der betroffenen Hemisphäre. Diese Aktivierung könnte ohne das Spiegelneuronensystem lediglich über eine willkürliche Bewegung der betroffenen Extremität erreicht werden.

 

Die Spiegeltherapie ist anwendbar bei folgenden Krankheitsbildern:

 

Schlaganfall
mit schlaffer Parese
mit sensorischen Defiziten
mit Facialisparese
mit Neglect
mit Schulter-Hand-Syndrom
Phantomschmerz nach Amputation
Chronisches regionales Schmerzsyndrom (CRPS, Morbus Sudeck)
periphere Nervenläsionen

 

Die Spiegeltherapie bietet folgende Vorteile:

 

selbst chronische Patienten, mehrere Jahre nach dem Schlaganfall, zeigen positive Ergebnisse
Förderung von distalen Funktionen der oberen und unteren Extremität
Steigerung der Sensibilität
Reduktion von Hemineglect
Reduktion von Schmerz/ Phantomschmerz

 

„Spiegeltherapie - ein neuer Weg...“(Zitat: Andreas Rothgangel, Physiotherapeut, Master of Science)

 

„Ich benutze jetzt zu Hause viel öfter meinen gelähmten Arm.“ Herr Schmitz, linksseitige Halb-seitenlähmung nach Schlaganfall mit Sensibilitätsverlust.
„Ich habe das Gefühl, meine amputierte Hand ist wieder da!“ Frau Meier, Phantomschmerzen nach Amputation der rechten Hand.
„Die Schmerzen in meiner rechten Hand sind nahezu verschwunden.“ Herr Müller, Sudeck Dystrophie.